Beobachtung einer ‚portlandica‘-Küstenseeschwalbe (Juni 2015)


Küstenseeschwalben (Sterna paradisaea) brüten zirkumpolar von der gemäßigten Zone bis in die Hocharktis in Küstenlebensräumen, in der borealen Zone aber auch an Taiga- oder Bergseen. In Deutschland brüten sie hauptsächlich in den Salzwiesen o.a. Küsten-lebensräumen an der Nordseeküste. Bevorzugt  auf den Inseln und Halligen. Aber auch an der Ostsee gibt es vereinzelt Vorkommen.
Die Küstenseeschwalbe ist ein echter Langstreckenzieher. Sie hat den längsten Zugweg unter den hiesigen Brutvögeln und überwintert vom Südatlantik bis ins Südpolarmeer nördlich der Antarktis. Dabei legt sie jährlich 40.000 bis 80.000 km zurück. In einem Küstenseeschwalbenleben (sie werden bis zu 27-29 Jahre alt; der bisher älteste Vogel wurde mit knapp 34 Jahren kontrolliert) fliegt sie also zweimal die Strecke von der Erde bis zum Mond und wieder zurück!
[1, 2, 3]

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Abb. 1: Immature Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) an den Sachsendorfer Kiesgruben neben vorjähriger Lachmöwe (Chroicocephalus ridibundus). Beachte die für eine Küstenseeschwalbe sehr dunklen Handschwingen. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

In Sachsen-Anhalt sind Beobachtungen von Küstenseeschwalben eher selten. Zum einen, weil die Art hauptsächlich die Küsten entlangzieht und verstärkt dadurch, dass sie nicht einfach von der im Binnenland häufiger vorkommenden Flussseeschwalbe (Sterna hirundo) zu unterscheiden ist und möglicherweise ab und zu übersehen wird. Im Berichtszeitraum der Avifaunistischen Komission Sachsen-Anhalts (AK ST) von 2000 an, wurden lediglich fünf Nachweise anerkannt (2000: 1, 2001: 2, 2005: 1, 2014: 1). Hinzu kommen vier weitere plausibel erscheinende Nachweise von http://www.ornitho.de bei denen noch eine Bewertung durch die AK ST aussteht oder vermutlich nicht oder noch nicht gemeldet wurden (2013: 1, 2015: 3). Die meisten Nachweise liegen in der ersten und zweiten Mai-Dekade. [4]

Beobachtungsumstände
Am 17.06.2015 konnte durch I. Todte eine Seeschwalbe mit schwarzem Schnabel an den Sachsendorfer Kiesgruben entdeckt werden, welcher mich am selben Tag informierte. Am Nachmittag konnte ich die Seeschwalbe am besagten Ort vorfinden und einige Fotos anfertigen. Da sich die Bestimmung als schwierig erwies, suchte ich die Seeschwalbe am 19. und 21.06 erneut auf und konnte einige bessere Fotos anfertigen, welche die Bestimmung unterstützen sollten.

‚Portlandica‘ Seeschwalben
Als ‚portlandica‘-Seeschwalben werden solche bezeichnet, die einen mehr oder weniger schwarzen Schnabel, weiße Federn im Stirnbereich oder eine komplett weiße Stirn, einen dunklen Karpal-Streifen am Flügelbug und eine mehr oder weniger weiße Unterseite zeigen. Diese Merkmale treffen überwiegend auf juvenile, immature (also im 1. oder 2. Sommer) und Seeschwalben im Winterkleid zu, welche auch als Nichtbrüter-Merkmale bezeichnet werden. Der Begriff geht auf die Beschreibung des Ersten-Sommer-Kleides der Küstenseeschwalbe als eine vermeindlich neuen Unterart/Art des Ornithologen Robert Ridgway Ende des 19ten Jahrhunderts zurück [7].
Die meisten jungen Seeschwalben verbleiben, nachdem sie mit ihren älteren Artgenossen ins Winterquartier gezogen sind, in den südlicheren Gefilden und verbringen dort den Sommer, bis sie wenn sie alt genug sind, sich wieder auf den Weg nach Norden zu machen um selber mit dem Brutgeschäft anzufangen [5, 6, 10]. Junge Küstenseeschwalben verbleiben während ihres ersten Sommers im Überwinterungsgebiet. Sie sind daher in Europa sehr selten anzutreffen (<1% der durchziehenden Vögel in Falsterbo (Süd-Schweden) im Sommer/Herbst). Der Anteil junger Küstenseeschwalben in ihrem ersten Sommer in Nord-Europa ist allerdings größer als bei gleichaltrigen vergleichbarer Arten, wie z.B. der Flussseeschwalbe [5]. Der Großteil junger Flussseeschwalben verbleibt während der Brutzeit ebenfalls im Überwinterungsgebiet. Der Anteil vorjähriger Vögel (1. Sommer) wurde in Seaforth (Großbritannien) an einer Flussseeschwalbenkolonie auf 1% geschätzt. Flussseeschwalben im zweiten Sommer dagegen erscheinen schon in größerer Zahl an der Brutkolonie und sehen äußerlich schon weitestgehend wie Altvögel aus. Sie sind daher kaum von ihnen zu unterscheiden [6].

Generelles zur Unterscheidung von Fluss- und Küstenseeschwalben
Die Bestimmung von Fluss- und Küstenseeschwalben im Feld gilt vor allem auf großer Entfernung als nicht einfach. Mit der Ausnahme von weit entfernten Vögeln sind bei sorgfältiger Praxis beide Arten dennoch leicht zu unterscheiden. Mit etwas Erfahrung, kann man beide Arten anhand ihrer unterschiedlichen Struktur und Bewegungsweise erkennen. So wirkt die Flussseeschwalbe leicht aber deutlich größer und kräftiger als die Küstenseeschwalbe. Die zierlichere Küstenseeschwalbe hat einen kürzeren und dünneren Schnabel, einen kürzeren Hals, einen längeren Schwanz und kürzere Flügel mit einem im Flug relativ kurzen Arm und einer längeren mehr zugespitzten Hand als die Flussseeschwalbe. Die Flügel wirken am kurzen ovalen Körper der Küstenseeschwalbe eher am vorderen Ende angebracht, während sie bei der Flussseeschwalbe eher mittig positioniert sind. Dadurch wirkt die Küstenseeschwalbe von der Struktur her Schwalbenähnlicher. Außerdem wirkt die Flussseeschwalbe bauchiger als die Küsten-seeschwalbe, welche eine vollere Brust zeigt sodass die Kehle und der Kropf dadurch manchmal voll aussieht, als wenn sie Futter tragen würde. [5, 9, 10]
Als eines der besten Unterscheidungsmerkmale von Fluss- und Küstenseeschwalbe (außer im Jugendkleid nach der Brutzeit) gilt die unterschiedliche Abnutzung der äußeren Handschwingen, was durch einen unterschiedlichen Mauserzyklus bedingt ist. So mausert die Küstenseeschwalbe alle HS und AS im Winterquartier und zeigt dadurch keinen Unterschied zwischen stehengebliebenen abgenutzen und dadurch dunkel erscheinenden äußeren HS und den inneren HS wie bei der Flussseeschwalbe, welche die äußeren HS nur einmal im Winterquartier und die inneren HS zweimal (im späten Sommer und im späten Winter) mausert. Dieser Unterschied muss nicht immer deutlich zu sehen sein und ist im Spätsommer und Herbst deutlicher als im Frühjahr. Immature Flussseeschwalben im 1. oder 2. Sommer können außerdem dunkle Armschwingen zeigen während Küsten-seeschwalben aufgrund der kompletten Mauser im Winterquartier eine komplette und frische Generation an Schwungfedern zeigen, welche hellgrau sind. [5, 8, 9, 10]
Ein weiteres gutes Unterscheidungsmerkmal ist das Muster der Handunterseite. Der Hinterrand beider Arten zeigt einen dunklen Streifen, welcher aus den dunklen Spitzen der Handschwingen gebildet wird. Bei der Küstenseeschwalbe ist dieser lang, schmal, schwarz und klar abgegrenzt und wird aus den äußeren 6-8 HS geformt. Bei der Flussseeschwalbe ist dieser Hinterrand breiter, etwas unschärfer und wird durch die äußeren 5-7 HS geformt. [8]
Küstenseeschwalben zeigen auffallend lichtdurchlässige Schwingen, wenn sie gegen das Licht gehalten werden. So als wenn man mit einer Taschenlampe durch Transparentpapier leuchtet. Bei der Flussseeschwalbe sind höchstens die inneren HS und äußeren AS lichtdurchlässig. [5, 8, 9, 10]
Als weiteres Merkmal wird in der Literatur die Länge der Beine genannt. Fluss-seeschwalben haben recht lange Beine, während Küstenseeschwalben kurze haben, wodurch manchmal der Eindruck entsteht, als wenn sie direkt auf dem Boden sitzen würde und beinlos wäre. [8]
Flussseeschwalben zeigen einen deutlichen weißen halben befiederten Augenring unter dem Auge. Küstenseeschwalben zeigen keinen solchen Ring oder nur ganz schwach. [8]
Ein weiteres Merkmal bei adulten Vögeln ist die Länge der Schwanzspieße. Bei Küstenseeschwalben ragen diese bei sitzenden Vögeln bis hinter die Flügelspitze. Das Merkmal ist bei immaturen Vögeln allerdings schwierig anzuwenden. Wobei Küstenseeschwalben tendenziell längere Schwanzspieße zeigen. [8]
Erwähnt sei noch, dass beide Arten eine unterschiedliche Kopfform zeigen. Die Flussseeschwalbe hat eine flache Stirn die nur leicht ansteigt und eine flache Krone. Der Kopf wirkt leicht kantig mit einem Bruch am Übergang von Vorderkopf zur Krone. Der höchste Punkt des Kopfes ist hinter dem Auge. [5]
Weitere Merkmale zur Unterscheidung von Altvögeln sind die unterschiedliche Schnabel-färbung (Kss: dunkelrot; Fss: mehr orangelich mit schwarzer Schnabelspitze) und die Färbung der Unterseite, welche bei der Küstenseeschwalbe leicht dunkler grau ist als bei der Fluss und zur schwarzen Kopfkappe einen hellen Streifen lässt, der mit der Unterseite kontrastiert. Beide Merkmale können allerdings variieren [8, 10]. Da es sich hier aber um einen immaturen Vogel handelt, wird an dieser Stelle erstmal nicht weiter darauf eingegangen.

Diskussion der Merkmale und Fotodokumentation
Im folgenden sollen die oben genannten Merkmale an dem hier festgestellten Vogel angewandt werden und ihre Eignung bei immaturen Küsten- bzw. Flussseeschwalben geprüft werden.
Die Seeschwalbe an den Sachsendorfer Kiesgruben zeigt einen komplett schwarzen Schnabel und weiße Federn durchsetzen die Stirn der schwarzen Kopfkappe (vgl. Abb. 01). Außerdem sind die Flügeldecken dunkel gefärbt und bilden den sog. Karpalstreifen. Diese Eigenschaften lassen den Vogel als ‚portlandica‘-Typ ansprechen. Um diese Jahreszeit bedeutet dies, dass es sich um einen immaturen Vogel handeln muss. Altvögel der Flussseeschwalbe die ins Winterkleid mausern, zeigen erst ab Ende Juli etwas weiß an der Stirn [6]. Die adulte Küstenseeschwalbe vollzieht eine Komplettmauser im Winterquartier und zeigt im Spätsommer und Frühherbst selten ein paar gemauserte weiße Federn an der Stirn [5].
Bei der Flussseeschwalbe, können Vögel im 1. Sommer als auch im 2. Sommer einen komplett schwarzen Schnabel zeigen. Dies ist allerdings bei immaturen relativ selten (1,3% der 2. Sommer Flussseeschwalben und 2 von 9 Vögeln im 1. Sommer bei den Untersuchungen von WHITE & KEHOE (2001) [6] an Flussseeschwalben in Großbritannien). Ebenso kann der Anteil an weißen Federn in der Stirn in beiden Alterskleidern variieren [6]. Ob es sich bei ähnlich gefärbten Indv. der Küstenseeschwalbe im 1. Sommer oder 2. Sommer ähnlich verhält ist nicht klar [9]. So könnten allerdings Küstenseeschwalben im 1. Sommer einen komplett schwarzen Schnabel oder mit roter Basis und im 2. Sommer schon einen dunkelroten Schnabel zeigen [5].
Die folgenden beiden Fotos (Abb. 02 u. 03) zeigen die Seeschwalbe im Flug. Es ist kein deutlicher Kontrast zwischen den äußeren und inneren Handschwingen zu erkennen. Nur die äußeren beiden Handschwingen sind auf der inneren Hälfte geringfügig dunkler gefärbt. Auch die Armschwingen sind aus derselben Generation und zeigen keine stehengelassenen dunklen Armschwingen, bzw. einen dunklen Armschwingen-Streifen.

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Abb. 02: Beachte die Zeichnung der Handschwingen ober- und unterseits. Außerdem sieht man hier den für ‚portlandica‘-Seeschwalben typischen dunklen Karpal-Streifen. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

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Abb. 03: Beachte die Zeichnung der Handschwingen ober- und unterseits. Außerdem die recht dunkelgraue Färbung der Unterseite. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

Das Fehlen einer sichtbaren Handschwingenabnutzung in Form von dunklen oder schwarzen äußeren Handschwingen ist höchstens als Hinweis auf eine Küstenseeschwalbe zu sehen; Flussseeschwalben können gerade  im 1. Sommer ihre Handschwingen komplett durchmausern und ebenso wie Küstenseeschwalben eine komplette frische Generation an Schwungfedern zeigen. So konnten WHITE & KEHOE (2001) [6] nur bei 2 von 9 Flussseeschwalben im 1. Sommer stehengelassene äußere Handschwingen feststellen. Ebenso zeigten mehr als die Hälfte der Vögel im 2. Sommer einen geringen Kontrast zwischen den äußeren und inneren Handschwingen [6].
Als besseres Merkmal kann die Zeichnung der Handflügelunterseite herangezogen werden. Der dunkle Hinterrand der Handschwingen zieht sich bis auf die 8. Handschwinge hinunter. Eine Flussseeschwalbe dürfte nicht so einen langen Hinterrand zeigen. Er ist dunkel, lang und recht schmal. Dies kann allerdings je nach Flügelhaltung und Lichtverhältnissen stark variieren. So wirkt der Hinterrand auf Abb. 2 eher breit und verwaschen und erinnert an den einer Flussseeschwalbe, während er auf Abb. 04 lang, schmal und scharf abgegrenzt wirkt.

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Abb. 04: Seeschwalbe im Flug. Beachte die Ausprägung des dunklen Hinterrandes der Handschwingen im Vergleich zu Abb. 02 und 03. Beachte außerdem die schneeweißen Unterflügel. (Foto: 19.06.2015, T. Wulf)

Auf dem nächsten Foto (Abb. 05) ist gut die lichtdurchlässigkeit der Handschwingen zu erkennen. Die Seeschwalbe richtet hier bei der Nahrungsaufnahme die Flügel genau gegen die Sonne, wobei alle Handschwingen gleich lichtdurchlässig sind und kein Kontrast zwischen äußeren Handschwingen und den inneren HS sowie den Armschwingen vorhanden ist.

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Abb. 05: Hier war die Seeschwalbe so freundlich während der Nahrungssuche ihre Handschwingen genau gegen die Sonne zu richten. Beachte wie stark die Sonne durch die Hand- und Armschwingen durchscheint. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

Am letzten Tag konnte die Seeschwalbe auf einer der Sandaufspülungen rastend fotografiert werden (Abb. 06). Hierbei konnte die Färbung und Länge der Beine dokumentiert werden. Die Flussseeschwalbe im Hintergrund zeigt außerdem einen v.a. an der Basis kräftigeren und  insgesamt stärker gebogenen Schnabel als die immature Seeschwalbe im Vordergrund. Die Beine erscheinen hier recht lang für eine Küstenseeschwalbe. Zumindest sieht die Seeschwalbe nicht beinlos aus wie für Küstenseeschwalben beschrieben.

Abb. 06: Seeschwalbe rastet auf Sandaufspülung. Im Hintergrund eine Flussseeschwalbe (Sterna hirundo). Beachte u.a. die Kopf- und Schnabelform. Das grau der Unterseite scheint fast einfarbig grau zu sein. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

Abb. 07: Beachte das Fehlen eines weißen halben Augenrings unter dem Auge im Vergleich zu der Flusseeschwalbe von Abb. 06. Außerdem den schmalen dunklen Rand entlang des Federschaftes auf der Unterseite der äußersten Handschwinge. (Foto: 21.06.2015, T. Wulf)

Die Kopfform der Seeschwalbe auf Abb. 06 wirkt eher rundlich mit einer recht steilen Stirn, während die Flussseeschwalbe ein eher kantiges Kopfprofil und eine flache Stirn zeigt. Außerdem weist das Fehlen eines weißen halben Augenrings unter dem Auge auf eine Küstenseeschwalbe hin (Vgl. Abb. 06 und 07).
Die Unterseite der äußersten Handschwinge, auf Abb. 07 gut am angehobenen Flügel zu sehen, zeigt einen relativ schmalen dunklen Streifen entlang des Federschafts, woraus auch die lichtdurchlässigkeit der Handschwingen resultiert. Flussseeschwalben zeigen hier einen breiteren dunkleren Streifen.
Die Seeschwalbe hat schon eine recht graue Unterseite, die kaum mit weißen Flecken durchsetzt ist. Ein weiterer Hinweis auf eine Küstenseeschwalbe.

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Abb. 08: Für Küstenseeschwalben typische Haltung mit nach hinten angelegten Handschwingen und nach vorne gestreckten „Ellenbogen“ bilden ein großes W. (Foto: 19.06.2015, T. Wulf)

Zusammenfassung
Es wurden Bestimmungsmerkmale zur Unterscheidung von immaturen Fluss- und Küstenseeschwalben zusammengetragen und mit den Fotos der beobachteten Seeschwalbe verglichen. Dabei weisen die meisten Merkmale auf eine Küstenseeschwalbe (Sterna paradisaea) hin. Als beste Merkmale haben sich dabei, abgesehen von der Struktur des Vogels, die Zeichnung der Handschwingenunterseite und die lichtdurchlässigkeit der Hand- und Armschwingen erwiesen. Weitere Hinweise lieferte die Abwesenheit eines weißen halben Augenrings unter dem Auge, die für eine immature Seeschwalbe relativ langen Schwanzspieße und die Ausdehnung von dunklen Partien entlang des Federschafts auf der Unterseite der äußersten Handschwinge. Aufgrund des komplett schwarzen Schnabels, dem relativ hohen Anteil an weißen Federn im Bereich der Stirn und der schwarzen Markierung auf den Ohrdecken (Ohrläppchen) handelt es sich möglicherweise um eine vorjährige Küstenseeschwalbe (1. Sommer). Eine exakte Altersbestimmung der Seeschwalbe ist in diesem Alter wahrscheinlich nicht möglich und sollte daher als immatur bezeichnet werden.

Quellenverzeichnis

Literatur

[1] Gedeon, K., C. Grüneberg, A. Mitschke, C. Sudfeldt, W. Eikhorst, S. Fischer, M. Flade, S. Frick, I. Geiersberger, B. Koop, M. Kramer, T. Krüger, N. Roth, T. Ryslavy, S. Stübing, S. R. Sudmann, R. Steffens, F. Vökler und K. Witt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten. Atlas of German Breeding Birds. Stiftung Vogelmontoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten, Münster.

[2] Wahl, J., R. Dröschmeister, T. Langgemach und C. Sudfeldt (2011): Vögel in Deutschland – 2011. DDA, BfN, LAG VSW, Münster.

[3] Glutz von Blotzheim, N. (1999): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Bd. 8 Charadriiformes. – (3. Teil), 2. Auflage, AULA-Verlag GmbH, Wiesbaden/Wiebelsheim.

[4] APUS – Beiträge zur Avifauna Sachsen-Anhalts: Bd. 12 Heft 4 (2004) und 5/6 (2005), Bd. 13 Heft 1 (2006) und 6 (2008), Bd. 16 (2011), Bd. 17 (2012), Bd. 19 (2014).

[5] Olsen, K. M., Larsson H. (1995): Terns of Europe and North America. Christopher Helm, London.

[6] White, S. J. und Kehoe C. V. (2001): Difficulties in determining the age of Common Terns in the field. (britishbirds.co.uk)

[8] Van Duivendijk, N. (2011): Advanced Bird Id Handbook – The Western Palearctic. New Holland, London.

[9] Blomdahl, A., B. Breife und N. Holmström (2003): Flight Identification of European Seabirds. Christopher Helm, London.

[10] Vinicombe, K., A. Harris und L. Tucker (2014): The Helm Guide to Bird Identification – An in-depth look at confusion species. Bloomybury Publishing, London.

Internet:

[7] http://10000birds.com/portlandica-plumage-arctic-terns-sterna-paradisaea.htm (Aufgerufen am: 21.06.2015)

Autor: Tom Wulf
Stand: 19.07.2015

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